Der Grüne Joschka

Der Grüne Joschka
Da hat TP aber wieder einmal einen Schreiber von Weltklasse an sich gezogen. Im trockenen IM-Stil, der die Bauernfängerei nicht gleich so offenkundig erscheinen lässt, beschreibt er das gruselige grün:
[Die Wirkung der psychedelischen Malerei verstärkten Lichteffekte. Einige Zellen waren grün gemalt worden, weil grün, eine beliebte Farbe der Surrealisten, angeblich depressiv und melancholisch machte.]
Die Beliebtheit der Farbe Grün bei den Surrealisten hängt natürlich mit ihrer morbiden Lust zusammen, dem Willen zur Depression. Schließlich erfahren wir in guter dialektischer Manier noch, was passiert, wenn die bunten Gefängniszellen aus Spanien verschwinden: sie breiten sich überall aus, vor allem Fernsehen und auf Kalenderblättern:
[Ein Gefängnis viel perfekter als das der Anarchisten des spanischen Bürgerkrieges, weil es ihre Insassen, ohne dass es räumlicher Einschränkungen bedarf, vor dem Bildschirm einsperrt, indem es sie zu passivem Konsum zwingt und ihnen genau das Leben verwehrt, welches ihnen spektakulär in den Heldenabenteuern der Film- und Fernsehstars vorgegaukelt wird.]
Voll der Schocker! Für die ganz Harten gibt es dann noch Platos Höhle, mit Fesseln, Fackeln und allem drum und dran.
[Anderseits könnte es aber auch sein, dass die surrealistische Idee so weiter transportiert wird und ihre subversive Kraft, die sich gegen jede Art von Gefängnis, Bevormundung und Unfreiheit wehrt, noch lange nicht aufgebraucht ist.]
Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, dass wir über marxistisch angehauchten Schmolzest, nun doch noch mit dem überall anwesenden Surrealistischen Tenderendenzen versöhnt werden. Junge, geh üben! Der Grüne Joschka schwebt an mich heran: er zeigt auf seine Uhr, die vor meinen Augen zerfließt? Was will er mir damit sagen?

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Betriebe wollen Posterdruck Webdesigner statt echte Webdesigner!

Leider ist es momentan so, daß “WebDesigner” sich ausschließlich über die Optik ihrer Produkte verkaufen, wie bei einem guten Posterdruck.  Ich selbst hatte eine Webseite für einen Verein gestaltet und gewartet. (Einziges JS war ein externer Zähler auf der Eingangsseite, sonst nur plain HTML und SSI.)  Nun wurde ein “Profi” eingstellt, der die Seite völlig umgekrempelt
hat. Dass die Seite nun aus einem Baukasten ala “Frontpage” oder “Posterdruck” kommt und man ohne JS eigentlich keine Infos mehr lesen kann, brauche ich sicher nicht extra zu erwähnen…
An sich ist das erstmal ein normaler Vorgang, wie es auch auf einem unserer Webdesign Faldschilder steht. Jedoch hatte mein Nachfolger zunächst nur eine Dummy-Seite gebaut, ohne irgentwelchen Inhalt darin zu haben. Die Vereinsleitung hat sich dann entschieden, meine Arbeit sofort offline zu stellen und fand es unerhört, das ich meine Seiten noch solange erreichbar halten wollte, bis die neue Präsenz Inhalt hatte.
Ich denke, daß es überall so ist, das die Entscheider nur auf die Optik achten. Den Inhalt kennen sie ja schon… [...] am leibsten wären mir selbst als designer inzw. reine text seiten ohne irgendwas. Nunja, das ein Bild mehr sagt als 1000 Worte ist auf der anderen Seite auch richtig, aber eben nur dort, wo auch was zu sagen ist! kann sehr gut aussehen. und am ende interessiert mich der inhalt.

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Webdesign

Das soll es tatsächlich geben. Frage ist nur, wer nutzt diese Schnittstelle und wozu? Wenn überhaupt, dann sicher gerne zur Anbindung von Flash-Sites an CM-Systeme oder an PHP/MySQL-generierte Sites das war ja eines der großen ToDos für die aktuelleren Flash-Versionen. Um ‘accessible webdesign’ zu machen, wodurch auch behinderte Surfer aller Art und Nutzer ‘exotischer’ Anzeige-Devices einfachen Zugang zu Inhalten bekommen können, braucht es mindestens eine Sache als

Voraussetzung:
Interesse!

In dem Moment, in dem die Frage nach der angestrebten ‘Zielgruppe’ (Kunden) auch nur aufkeimt, hat sich dieser Punkt fast immer schon erledigt… denn es ist im Grunde eine völlig deplatzierte und unsinnige Frage. Was sonst? Nun, ‘accessible webdesign’ setzt Auseinandersetzung mit dem Medium und seinen geeigneten Erzeugungs-Techniken voraus. Darüber hinaus Auseinandersetzung mit und Kenntnis von Dokument-Strukturen. ‘Lesbare’ Dokumentstrukturen, unabhängig vom Ausgabemedium, sind unabdingbare Grundlage für ‘acc. webd.’ Kein CMS, keine SQL-DB, kein Website-Generator liefert Dokumentstruktur, und auch keine ‘Device’-gerechten Formatierungen. Und auch das Know-how, eine Website-Generator-Software benutzen zu können, reicht alleine zu ‘gutem’ Webdesign im barrierefreien Sinne
nicht aus.

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