Der Grüne Joschka
Da hat TP aber wieder einmal einen Schreiber von Weltklasse an sich gezogen. Im trockenen IM-Stil, der die Bauernfängerei nicht gleich so offenkundig erscheinen lässt, beschreibt er das gruselige grün:
[Die Wirkung der psychedelischen Malerei verstärkten Lichteffekte. Einige Zellen waren grün gemalt worden, weil grün, eine beliebte Farbe der Surrealisten, angeblich depressiv und melancholisch machte.]
Die Beliebtheit der Farbe Grün bei den Surrealisten hängt natürlich mit ihrer morbiden Lust zusammen, dem Willen zur Depression. Schließlich erfahren wir in guter dialektischer Manier noch, was passiert, wenn die bunten Gefängniszellen aus Spanien verschwinden: sie breiten sich überall aus, vor allem Fernsehen und auf Kalenderblättern:
[Ein Gefängnis viel perfekter als das der Anarchisten des spanischen Bürgerkrieges, weil es ihre Insassen, ohne dass es räumlicher Einschränkungen bedarf, vor dem Bildschirm einsperrt, indem es sie zu passivem Konsum zwingt und ihnen genau das Leben verwehrt, welches ihnen spektakulär in den Heldenabenteuern der Film- und Fernsehstars vorgegaukelt wird.]
Voll der Schocker! Für die ganz Harten gibt es dann noch Platos Höhle, mit Fesseln, Fackeln und allem drum und dran.
[Anderseits könnte es aber auch sein, dass die surrealistische Idee so weiter transportiert wird und ihre subversive Kraft, die sich gegen jede Art von Gefängnis, Bevormundung und Unfreiheit wehrt, noch lange nicht aufgebraucht ist.]
Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, dass wir über marxistisch angehauchten Schmolzest, nun doch noch mit dem überall anwesenden Surrealistischen Tenderendenzen versöhnt werden. Junge, geh üben! Der Grüne Joschka schwebt an mich heran: er zeigt auf seine Uhr, die vor meinen Augen zerfließt? Was will er mir damit sagen?
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